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| Presse |
Titel: Bericht Gerauer-Echo
Unwetter in Reimform
Mörfelder Kerb: Kerwevadder Christian Küchler lässt in Kerweredd lokale Ereignisse humorvoll Revue passieren – Bürgermeister Heinz-Peter Becker sticht erstmals Fass an – Bunter Umzug
MÖRFELDEN. „Es ist wieder Kerwezeit“, dröhnte es am Samstagnachmittag quer über den Mörfelder Dalles, als sich die Kerweborsch an die wohl schwierigste und vornehmste Aufgabe ihrer Zunft machten: das Aufstellen des Kerwebaums. Umringt vom schaulustigen Volk stemmten die Burschen den rund 20 Meter hohen Baum nebst Kranz und Kerwebobb punktgenau um 16 Uhr mühelos in die Höhe.
Dann wurde es ernst für den neuen Bürgermeister Heinz-Peter Becker. Erstmal übernahm er den Fassanstich zur Kerb und musste tatsächlich mehrfach mit dem Holzhammer ausholen, bis das kühle Bier endlich sprudelte. „Zum zehnten Mal findet die Kerb wieder hier am Dalles statt, der große Zuspruch zeigt, dass die Entscheidung hierfür damals richtig war“, stellte Becker. Sein Dank ging an alle Kerweborsch und die vielen Helfer, die dafür gesorgt hätten, dass die Kerb wieder großen Zuspruch habe.
Kerwevadder Christian Küchler verlas anschließend die lang erwartete Kerweredd. „Ei Kerb iss heit, ihr liewe Leit“, verkündete der Kerwevadder und ließ anschließend die neuesten Ereignisse aus Stadt und Kreis in bester Kerwemanier Revue passieren: „De Sommer war werklisch net doll unn die Keller glei zwaa Mol mit Wasser so voll. Besonners de Giebel durft sich mäschdisch strecke, der is jetzt topfit vum Sandsäck schleppe. Unn unser Feierwehr war kräfdisch am Schaffe, unn rannte boarfuss dorsch die Gasse. So pumpten se fleisisch die Keller wirrer aus, dodefer sei hier aach mol en große Applaus“. Auch Schnakenplagen, Rauchverbote, Anti-Lärm-Pakt und selbstredend Seitenhiebe Richtung Walldorfer Kerb fehlten nicht in der munteren Kerweredd.
Bevor aber Kerwebaum, Kerwevadder und Kerweborsch am Dalles eingetroffen waren, hatte es den traditionellen Kerweumzug gegeben. Quer durch die Straßen und Gassen Mörfeldens hatten sich Borsch und Bobb, verschiedene Abteilungen der SKV, unter anderem Kinderchor, Blasorchester und Jugendfußballer und am Ende der Kerwebaum, geschlängelt – überall freudig begrüßt von der wartenden Bevölkerung.
Durchhalten und vor allem Durchfeiern war die Parole, die für das ganze Kerwewochenende galt, vor allem natürlich für die Kerweborsch. Bereits am Freitag wurde kräftig mit Live-Musik von den Burning Tomatos“ und „The Sums“ gefeiert und die Kerb offiziell um Schlag Mitternacht eröffnet. Wer Umzug, Baum aufstellen und Küsschen verteilen auf dem Kerweplatz gut überstanden hatte, konnte am Samstagabend pünktlich um 21 Uhr zur Kerwe-Disco im Bürgerhaus einlaufen. Etwas schwerfällig fiel traditionsgemäß der Besuch des Gottesdienstes am Sonntagmorgen aus, bevor es am Nachmittag galt, noch einmal alle Kräfte für die Wiederbelebung des traditionellen Schubkarren-Rennens zu sammeln. Rasant manövrierten die Teilnehmer unter lauten Anfeuerungsrufen die Holzschubkarren mit den Strohballen quer durch die Langgasse. Für die Sieger gab es Pokale und Sachpreise von den Kerweborsch.
ake
22.10.2007
Verfasst am: 22.10.2007 |
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04.09.2010
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Christoph Geiss
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