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| Presse |
Titel: Bericht Gerauer-Echo
„Unn isch behalt de Iwwerblick“
Mörfelder Kerb: Kerwevadder Falk Fleischer schimpft auf Politik und Nachbarn – Kerwebaum mit 20,06 Meter der größte?
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MÖRFELDEN. Wenn es am Mörfelder Dalles nach gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und Bratwurst duftet, die Straße gesperrt ist und 22 junge Männer einen großen Baum mitten auf dem Platz in die Höhe stemmen, dann ist eines klar: „Die Merfeller Kerb is do“. Viele Schaulustige hatten am Kerwesamstag bereits die Straßen Mörfeldens gesäumt, als zuvor der große Kerweumzug, angeführt von gut aufgelegten Kerweburschen, durch die Stadt gezogen war. Mit dabei waren wieder Mörfelder Vereine gewesen, befreundete Kerweburschen und Musikkapellen.
Anschließend verfolgten bei strahlendem Sonnenschein mehrere hundert Menschen gespannt das Aufstellen des Kerwebaums. „Eins steht mal fest, unser Kerwebaum ist garantiert größer als der von den Walldorfern“, verkündete Kerwevadder Falk Fleischer mit einem Grinsen im Gesicht. Ob die Fichte mit ihren 20,06 Metern tatsächlich der größte Kerwebaum der Doppelstadt ist, wird sich erst am kommenden Wochenende weisen. Fest steht aber, dass es sich tatsächlich um einen Mörfelder Baum handelt, den die Kerweburschen in der Nähe des SKV-Waldstadions einen Tag zuvor gefällt hatten.
Dem problemlosen Baumaufstellen und dem Fass-Anstich durch Bürgermeister Bernhard Brehl folgte die mit Spannung erwartete Merfeller Kerweredd. Falk Fleischer, der mit Sicherheit der erste Kerwevadder in Mörfeldens Geschichte ist, der während der Kerb keinen einzigen Tropfen Alkohol anrührte, nahm sich zunächst selbst auf die Schippe. „Ich begrüß eich all mit null Promille, denn isch brauch koan Schnaps unn aach kaa Pille. Isch bin der Vadder ohne Alk, un heiße tu isch Fleischers Falk. Drum trinkt euern Schoppe und holt euch de Kick unn isch behalt derweil de Iwwerblick“, verkündete er, flankiert von seinen etwas weniger nüchternen Kerweburschen, der wartenden Menge.
Nach einem kurzen Ausflug zur Fußball-WM – „Am Dalles traf man sich spontan, unn schwenkte stolz die Deutschlandfahn. Als die Stimmung langsam überschäumte, unn werklisch jeder dann vom Titel träumte, gings geje die Italiener leider in die Hose, und des trotz Lehmann, Ballack und de Klose“ – gab es die üblichen Seitenhiebe auf die Politik. Mit Blick auf die gerade eben erhöhten Müllgebühren hieß es: „Da dust de mache unn tue, dust alles trenne, am Daach zeh mal zu de Tonne renne, unn weil mer iss ja e gudes Dier, hat mer noch e Körbsche fers Altpapier (…) Unn weil sich des fer die Deponie net dut lohne, wolln se von uns nur oans: Mehr Kohle, mehr Kohle“.
Kein gutes Haar ließ der Mörfelder Kerwevadder selbstredend an der Walldorfer Konkurrenz: „In Walldorf wird es Lebe jetzt derb, da sponsort die Fraport jetzt die Kerb. Unn ganz da vorne iss widder debei, de Ober-Wallderffer, de Jürgen May. Der lässt es rhetorisch geje die Fraport krache, unn lässt sich von dene die Kerb berabbe. Isch sags frei raus, weil es dut mer stinke, da dut oaner Wasser predische unn Woi dut er trinke“. Und weiter: „Ich fraach mich was los iss in unserm Nachbarort, dene Hare laafe wohl die Borsche fort. Oder wern die Alde langsam mied unn merb, jedenfalls sucht man dort Nachwuchs fer die Kerb“.
Und auch für den scheidenden Bürgermeister hatte Falk Fleischer noch ein paar warme Worte übrig: „Die Zeit mit dir war wunnerschee, denn du bist halt doch e Korrifee, Isch tu misch meiner Träne aach net schäme, lieber Bernhard, du werst uns fehle“.
Feiern bis zum Abwinken hieß es nach der Kerweredd. Nachdem die Kerweburschen zunächst noch auf dem Festplatz zwischen Autoscooter und Losstand zu finden waren, hieß es am Abend: „Auf zur Kerwe-Disco-Party“, die mit großem Erfolg gefeiert wurde.
Nicht allzu ausgeschlafen besuchten die Burschen am Sonntagmorgen brav den Kerwegottesdienst in der evangelischen Kirche, bevor es weiter zum Frühschoppen ging. Außerdem auf dem Programm der Kerweburschen standen Besuche bei den SKV-Handballern, örtlichen Gaststätten und im Rathaus.
ake
16.10.2006
Verfasst am: 16.10.2006 |
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| Kerweborsch
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04.09.2010
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Christoph Geiss
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